Freitag, 19. Juni 2015

Tschick von Wolfgang Herrndorf


Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 19 (17. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3871347108
ISBN-13: 978-3871347108
Preis: 16,95 Euro



Ein klappriges Auto kam die Straße runtergefahren. Es fuhr langsam auf unser Haus zu und bog in die Garagenauffahrt ein. Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. ‹Ah›, sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. ‹Macht das Spaß?›" Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.( Klappentext gekürzt, :Amazon)
Hinter dem eher nichtssagenden Cover verbirgt sich ein wunderschöner Roman der für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsam ist, ich erkläre euch warum
Tschick, der eigentlich Andrej Tschichatschow heißt ist der Neue in Maiks Klasse. Auf den ersten Blick kann Maik ihn nicht ausstehen, denn der eher unscheinbare Junge hat weder Freunde noch gilt er als besonders interessant. Tschick hingegen wird sofort zum Gesprächsstoff. Natürlich wird Maik neidisch.

Dann kommen die Sommerferien und mit ihnen die Tatsache das sich der reiche Maik in seinem Zuhause furchtbar zu langweilen beginnt. Als Tschick unvermittelt bei ihm auftaucht nimmt die Geschichte ihren Lauf und Maik findet sich plötzlich mit Tschick und einem gestohlenen Lada unterwegs in die Walachei wieder.

Ich musste wirklich mehrmals schmunzeln, denn nicht nur die jugendliche Sprache und Ausdrucksform machte Spaß zu lesen, sondern auch wie sich Tschick und Main, zwei eigentliche Gegensätze, immer mehr anzogen und schließlich befreundeten.
Locker und leicht wird aus Maiks Sicht erzählt und man ist beim Lesen ziemlich schnell von der Handlung gefangen. Unbewusst wünscht man den beiden Jungs das sie nicht erwischt werden und einen tollen Sommer miteinander verbringen können.

Was mir auch gefallen hat war die Wandlung Maiks, anfangs war er noch ziemlich ängstlich und eher zurückhaltend, aber das hat sich mehr und mehr geändert und Maik bekam durch Tschick und dessen Actionen immer mehr Selbstbewusstsein.
Im Buchverlauf verändert sich Maik, er schließt Freundschaften und wird mutiger, da ihn Tschick immer wieder anstachelt, wird Maik auch insgesamt lässiger und entwickelt sich von einem langweiligen Typ hin zu einem interessanten Jungen.

Tschick muss man einfach mögen, wie er sich immer wieder lässig über geltende Regeln hinwegsetzt. Nein, ich rufe damit nicht zum Boykott der Gesetzte auf, ich will nur veranschaulichen, das Tschick genau das verkörpert nach was sich Maik sehnt- Mut, Stärke und der Freiheit das zu tun was er will. Ich mochte Tschick sofort, er ist witzig und reißt Maik immer wieder mit.

Die Erzählweise ist herrlich erfrischend und einfach gehalten, so das man das Buch in einem Rutsch durchlesen kann und auch will. Mein einziger Kritikpunkt der mich gestört hat und der Tschick einen Punkt gekostet hat ist die ständige Wiederholung von "Ich zieh den Stecker" das war mir dann ein wenig zuviel. Aber sonst ist Tschick echt lesenswert.
In einem Satz: Tschick muss man einfach gelesen haben

Tschick erhält 4 von 5 Sternen



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